Werneuchen wie im Rausch
Zeitung:Der Kreisliga-Kurier
Von Siggi Senfklecks
Werneuchen dreht auf – Sechs Tore, sechs Minuten Ekstase
Rot-Weiß feiert 6:2-Spektakel gegen Gera und meldet sich im Aufstiegsrennen eindrucksvoll zurück
Werneuchen. Wenn in der Anfängerliga Ost der Grill früher heiß ist als der Strafraum und 90 Zuschauer mehr Lärm machen als mancher Regionalligablock, dann ist klar: Es ist Spieltag in Werneuchen. Und was der SV Rot-Weiß Werneuchen am Samstagnachmittag gegen Gera ablieferte, war feinste Kreisliga-Unterhaltung mit allem, was dazugehört – Rückstand, Wendepunkt, Hattrick und anschließender Feiereskalation.
Dabei begann alles eher ungünstig für die Gastgeber. Bereits in der 5. Minute nutzte Gera eine kurze Sortierpause der Werneuchener Hintermannschaft zum 0:1. Doch Rot-Weiß zeigte sofort Moral: Zuk glich nur fünf Minuten später zum 1:1 aus (10.) – ein Tor wie aus dem Kreisliga-Lehrbuch, ohne Firlefanz, dafür mit Überzeugung. Kurz vor der Pause allerdings erneut Ernüchterung: Gera traf in der 42. Minute zum 1:2, der Pausentee wurde entsprechend schweigend eingenommen.
Was dann folgte, dürfte in Werneuchen noch lange Thema an der Seitenlinie bleiben. Schied eröffnete die zweite Halbzeit mit dem 2:2 (47.) – und legte direkt nach. In der 52. und 53. Minute traf er erneut und schnürte damit einen lupenreinen Hattrick innerhalb von sechs Minuten. Gera war in dieser Phase mehr Zuschauer als Gegner, Werneuchen im kollektiven Rausch.
Als Bayerschmidt in der 56. Minute das 5:2 nachlegte, war klar: Dieses Spiel kippt nicht mehr. Vier Tore innerhalb von neun Minuten nach der Pause entschieden die Partie endgültig. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Zoll, der in der 81. Minute zum 6:2 traf – Joker rein, Joker sticht, Feier an.
Nach dem Spiel: Boxen auf, Playlist an
Nach dem Abpfiff verlagerte sich das Geschehen schnell vom Rasen hinter den Platz. Aus der Musikbox dröhnten Malle-Hits, deutscher Schlager mischte sich mit Fußballfachsimpelei, und der Bierverbrauch näherte sich zweistelligen Kastenwerten. Tore wurden nacherzählt, der Hattrick von Schied mit wachsender Minutenanzahl ausgeschmückt, und spätestens bei ,,Schatzi, schenk mir ein Foto" war klar: Das hier ist kein Dorffest, das ist Kreisliga-Pflichtprogramm.
Ausblick
Sportlich bleibt festzuhalten: Rot-Weiß Werneuchen steht weiterhin auf Tabellenplatz vier, einem Aufstiegsrang. Noch fünf Spiele stehen aus – und mit Leistungen wie dieser darf sich Werneuchen durchaus zu den Favoriten zählen.
Oder wie es ein Zuschauer treffend formulierte, Bier in der Hand, Stimme schon leicht angeschlagen:
,,Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir oben nur noch mitzusingen."
(BjSch218 / So., W35 S96)
Zeitung:Der Kreisliga-Kurier
Von Siggi Senfklecks
Werneuchen dreht auf – Sechs Tore, sechs Minuten Ekstase
Rot-Weiß feiert 6:2-Spektakel gegen Gera und meldet sich im Aufstiegsrennen eindrucksvoll zurück
Werneuchen. Wenn in der Anfängerliga Ost der Grill früher heiß ist als der Strafraum und 90 Zuschauer mehr Lärm machen als mancher Regionalligablock, dann ist klar: Es ist Spieltag in Werneuchen. Und was der SV Rot-Weiß Werneuchen am Samstagnachmittag gegen Gera ablieferte, war feinste Kreisliga-Unterhaltung mit allem, was dazugehört – Rückstand, Wendepunkt, Hattrick und anschließender Feiereskalation.
Dabei begann alles eher ungünstig für die Gastgeber. Bereits in der 5. Minute nutzte Gera eine kurze Sortierpause der Werneuchener Hintermannschaft zum 0:1. Doch Rot-Weiß zeigte sofort Moral: Zuk glich nur fünf Minuten später zum 1:1 aus (10.) – ein Tor wie aus dem Kreisliga-Lehrbuch, ohne Firlefanz, dafür mit Überzeugung. Kurz vor der Pause allerdings erneut Ernüchterung: Gera traf in der 42. Minute zum 1:2, der Pausentee wurde entsprechend schweigend eingenommen.
Was dann folgte, dürfte in Werneuchen noch lange Thema an der Seitenlinie bleiben. Schied eröffnete die zweite Halbzeit mit dem 2:2 (47.) – und legte direkt nach. In der 52. und 53. Minute traf er erneut und schnürte damit einen lupenreinen Hattrick innerhalb von sechs Minuten. Gera war in dieser Phase mehr Zuschauer als Gegner, Werneuchen im kollektiven Rausch.
Als Bayerschmidt in der 56. Minute das 5:2 nachlegte, war klar: Dieses Spiel kippt nicht mehr. Vier Tore innerhalb von neun Minuten nach der Pause entschieden die Partie endgültig. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Zoll, der in der 81. Minute zum 6:2 traf – Joker rein, Joker sticht, Feier an.
Nach dem Spiel: Boxen auf, Playlist an
Nach dem Abpfiff verlagerte sich das Geschehen schnell vom Rasen hinter den Platz. Aus der Musikbox dröhnten Malle-Hits, deutscher Schlager mischte sich mit Fußballfachsimpelei, und der Bierverbrauch näherte sich zweistelligen Kastenwerten. Tore wurden nacherzählt, der Hattrick von Schied mit wachsender Minutenanzahl ausgeschmückt, und spätestens bei ,,Schatzi, schenk mir ein Foto" war klar: Das hier ist kein Dorffest, das ist Kreisliga-Pflichtprogramm.
Ausblick
Sportlich bleibt festzuhalten: Rot-Weiß Werneuchen steht weiterhin auf Tabellenplatz vier, einem Aufstiegsrang. Noch fünf Spiele stehen aus – und mit Leistungen wie dieser darf sich Werneuchen durchaus zu den Favoriten zählen.
Oder wie es ein Zuschauer treffend formulierte, Bier in der Hand, Stimme schon leicht angeschlagen:
,,Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir oben nur noch mitzusingen."
(BjSch218 / So., W35 S96)
